Autobianchi A112

Mit der Serie IV wurde Ende 1977 begonnen den A112 außerhalb Italiens unter der Marke Lancia als Lancia A112 zu vermarkten.
Da die meisten europäischen Autohändler ohnehin die beiden Marken Fiat und Lancia führten, beschloss Fiat 1975 als Mutterkonzern sowohl von Autobianchi als auch von Lancia, das Autobianchi-Werk unter die Regie von Lancia zu stellen.
Der A112 war damit das einzig verbliebene Modell des ehemaligen Autobianchi-Herstellers.

Die Produktion des A112 wurde 1986 nach insgesamt 1.254.381 hergestellten Exemplaren eingestellt.

FAHRZEUGKONZEPT UND SICHERHEIT
Die gesamte Technik des A112 ist auf dem Baukastenprinzip von Fiat aufgebaut und war Vorläufer des späteren Fiat 127.
Die zweitürige selbsttragende Karosserie mit Heckklappe hat fünf Sitzplätze.

Die Einzelradaufhängung ist vorne mit MacPherson-Federbeinen und einfachen Querlenkern und Stabilisator und hinten mit einer querliegenden Zweiblattfeder, trapezförmigen Querlenkern und Dämpferbeinen konzipiert.

Bis zum Jahr 1979 (Serie IV) ist das Armaturenbrett mit großen Rundinstrumenten ausgestattet und hat außer dem A112 Junior einen zusätzlichen Drehzahlmesser.
Der A112 Abarth ist zusätzlich im Bereich der Beifahrerseite mit einem Voltmeter, Öldruckmesser und Ölthermomenter ausgestattet.

Im neu gestalteten, eckigen Armaturenbrett ab 1979 sind die Hauptinstrumente quadratisch geformt und der Öldruckmesser und das Ölthermometer in der Mittelkonsole unterhalb der Heizungsregelung eingebaut.

Der Autobianchi A112 verfügt über Sicherheitsmerkmale wie Zweikreisbremsanlage, Vordere Scheibenbremsen, mechanischer Bremskraftregler an der Hinterachse, Bremskraftverstärker (nur Abarth 70 HP von 1974 bis 1977), Sicherheitslenksäule mit zwei Kardangelenken, Automatikgurte vorne (hinten ab 1978) und Kopfstützen vorne ab 1978.

MOTOREN
Die Motoren des A112 haben als Basis den flüssigkeitsgekühlten Motorblock des Fiat 600 mit vier Zylindern, 3-fach gelagerter Kurbelwelle, untenliegender, über Steuerkette angetriebener Nockenwelle mit Stößeln, Stoßstangen, Kipphebeln und hängenden Ventilen in einem Aluminium-Zylinderkopf.

In der Normalausstattung hat der A112 einen Motor mit einem Hubraum von 903 cm³ (31 KW / 39 PS) oder 965 cm³ (35 KW / 48 PS).

Das Abarth-Modell hat einen auf 1049 cm³ vergrößerten Hubraum mit einer Leistung bis 51 KW (70 PS).

Der 903 cm³ Motor war über die gesamte Bauzeit als Basismotor erhältlich.

903 cm³
Bohrung/Hub 65 × 68 mm
Leistung 38 PS (28 kW) bis 49 PS (36 kW) bei 5500 min-1
Drehmoment 67 Nm bei 2800 min-1
Höchstgeschwindigkeit 130–140 km/h
982 cm³ – A112 Abarth 58 HP
Bohrung/Hub 65 × 74
Verdichtung 10,1:1
Leistung 58 PS (43 kW) bei 6600 min-1
Drehmoment 75 Nm bei 3800 min-1
Höchstgeschwindigkeit 151 km/h
1049 cm³ – A112 Abarth 70 HP
Bohrung/Hub 67,2 x 74
Verdichtung 10,4:1
Leistung 70 PS (51 kW) bei 6600 min-1
Drehmoment 87 Nm bei 4100 min-1
Höchstgeschwindigkeit 161 km/h
1060 cm³ – A112 Abarth 85 HP i. e. (Prototyp)
Bohrung/Hub 67,2 x 76
Verdichtung 11,5:1
Leistung 85 PS (63 kW) bei 6800 min-1
Drehmoment 94 Nm bei 3600 min-1
Kraftstoffversorgung Mechanische Einspritzung
Höchstgeschwindigkeit 164–176 km/h (je nach Übersetzung)

ANTRIEB
Die Vorderrader werden über eine Einscheibentrockenkupplung und ein vollsynchronisiertes Viergang-Getriebe angetrieben.
Ein vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe wurde ab 1978 für die Modelle XL, XEL und Abarth angeboten.
Ausschließlich auf dem italienischen Markt wurde von 1972 bis 1974 eine Dreigangautomatik aus dem Fiat 128 in der besonderen XEL-Ausstattung angeboten.

ABMESSUNGEN