Kaufberatung Porsche 911 Typ 993

Überlegungen zum Kauf eines gebrauchten klassischen Porsche Porsche 911 Typ 993

Die Kaufberatung kann nur Hinweise und Hilfestellungen beim Kauf eines gebrauchten 911er bieten und ist nicht vollständig, fehlerfrei oder generell zutreffend.
Die Kaufberatung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit und lehnt daher hieraus erhobene Ansprüche ohne Einschränkung ab.

Porsche 911 Typ 993 von 1994 – 1998
Der Porsche 993 löst 1993 mit dem Modelljahr 1994 den Porsche 964 ab.
Er ist der letzte 911er, der noch mit einem luftgekühlten Motor versehen ist.
Der 993 wurde in vielen Details verbessert, die beim 964 neu waren und noch zu Problemen führten.
Dadurch erlangte der 993 einen Ruf als besonders ausgereifter und zuverlässiger Sportwagen unter den 911-Modellen.

Die Karosserie ist ein viel gelobter Entwurf von Harm Lagaay, der besonders durch die harmonische Integration der Stoßstangen in die Karosserie auffällt.
Die hinteren Kotflügel wirken trotz ihrer Breite nicht übertrieben, sodass das Fahrzeug ein harmonisches Gesamtbild abgibt.
Die Frontpartie ist im Gegensatz zu den Vorgängermodellen flacher, was erst durch den Einsatz der neuen Polyellipsoid-Scheinwerfer, anstelle der bisher verwendeten Rundscheinwerfer, möglich wurde.
Hergestellt wurde das Fahrzeug in den Karosserieversionen Coupé, Targa und Cabriolet.

Überlegungen zum Kauf eines Porsche 911 Typ 993 1994 – 1998

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
Bauarten und Allgemeines
Der Porsche 911 Typ 993 ist der letzte 911 mit luftgekühltem Boxermotor und damit dem klassischen Motorsound.
Die Karosserieform wurde gegenüber dem Typ 964 erheblich überarbeitet und verändert.
Hierdurch enstand ein sehr schönes Zusammenspiel des klassischen Porsche 911 mit neuzeitlichen technischen und optischen Elementen.
Das Fahrzeug wird vielfach als der schönste Neunelfer bezeichnet und hat einen großen Liebhaberzuspruch.
Seit Mitte der 90er Jahre, beginnend mit einem neuerweckten Interesse an diesen Fahrzeugen, steigen die Preise kontinuierlich und in den vergangenen Jahren auch als Resultat der Tiefzinspolitik deutlich weiter.
Brauchbare Exemplare im Zustand 3 Classic Data Fahrzeugbewertung, die man 2005 noch für ca. 35.000,- EUR kaufen konnte, werden aktuell (2017) zu Preisen ab 60.000,- EUR angeboten, wobei die Angebote von Fahrzeugen aus den USA durch den Aufkaufboom der vergangenen Jahre verstärkt zunehmen und die angebotenen Fahrzeuge mit deutscher Erstzulassung zunehmend geringer werden.
Gute Fahrzeuge im Zustand 2 und mit nachweisbar geringeren Fahrleistungen haben aktuell (2017) ihren Einstiegspreis ab 70.000,- EUR und mehr.
Die typischen allgemeinen aber kleineren typischen 993er Mängel sind recht überschaubar und relativ gut in den Griff zu bekommen.
Gebaut wurde das Fahrzeug im Modelljahr 1994 als 993 Carrera Coupé und Cabriolet, Basis 3,6 Liter und 272 PS.
Im Modelljahr 1995 als 993 Carrera Coupé und Cabriolet, 993 Carrera 4 Coupé und Cabriolet (Carrera 4 steht für Allradantrieb) und 993 Carrera RS (Rennsport) mit 3,8 Liter, 300 PS, als Basis- und Clubsport-Version.

Das im Modelljahr 1995 zusätzlich angebotene Allrad-Kraftübertragungssystem besteht aus dem Basis-Sechsgang-Schaltgetriebe und einem über Transaxle-Bauweise verbundenen Vorderachsdifferential mit Viscolamellenkupplung.
Hierdurch hat das Fahrzeug ein leicht höheres Gesamtgewicht und einen erhöhten Aufwand bei Reparaturen.
Dafür sind die Carrera 4 Fahrzeuge serienmäßig mit einem mechanischen Sperrdifferential sowie ABD ausgestattet. Das Sperrdifferential hat in Zugrichtung 25 % und in Schubrichtung 40 %.
Durch den geringeren Sperrwert in Zugrichtung wird die Kurvenwilligkeit verbessert. Die Erhöhung des Sperrwertes im Schubbetrieb verringert bei Gaswegnahme in Kurven das Giermoment (Eindreheffekt) und wirkt stabilisierend.

Im Modelljahr 1996 als 993 Carrera Coupé, Targa und Cabriolet, Basis 3,6 Liter mit 285 PS und Varioram (Targa mit festem und versenkbaren Glasdach).
Im Modelljahr 1996 als 993 Carrera 4S Coupé mit Allradantrieb und Turbokarosserie und umfangreicher Sonderausstattung, M491.
Im Modelljahr 1996 als 993 Carrera RS.
Im Modelljahr 1996 als 993 Turbo, ab März 1995, Bi-Turbo mit 408 PS, Werksleistungssteigerung 430 PS.
Im Modelljahr 1996 als 993 GT2 mit 430 Turbo PS.
Im Modelljahr 1997 als 993 Carrera Coupé, Targa und Cabriolet, Basis 3,6 Liter mit 285 PS und Varioram mit längerer Getriebeübersetzung.
Im Modelljahr 1997 als 993 Carrera Coupé S mit Turbokarosserie ohne Allradantrieb, M495.
Im Modelljahr 1997 als 993 Carrera 4 Coupé und Cabriolet.
Im Modelljahr 1997 als 993 Carrera 4 Coupé und Cabriolet.
Im Modelljahr 1997 als 993 Carrera 4S Coupé.
Im Modelljahr 1997 als 993 Turbo und 993 GT2.
Im Modelljahr 1998 als 993 Carrera Targa, 993 Carrera S, 993 Carrera 4S, 993 Turbo, 993 Turbo S mit 3,6 Liter und 450 PS.

Zustand der Karosserie
Die neuralgischen Punkte der Karosserie verbergen sich zum Großteil hinter den Front- und Heckverkleidungen aus GFK.
Daher sollte man hier wie am ganzen Fahrzeug einen besonderen Augenmerk auf gleichmäßige Spaltmaße und den Sitz der Keder (Kunststoffprofilschnüre zwischen den Bauteilen) legen.
Der Sitz und der Zustand der Hitzeschutzbleche sowie die gesamte Bodenverkleidung geben ebenfalls Auskunft über den Wartungszustand oder auch evtl. Unfallschäden.
Die Halterungen für die Heckschürze oder die Spannbänder der Endtöpfe können durchkorrodiert sein.
Auch können massive Korrosionen an der Abgasanlage durch Verbindungen von Aluminium, Edelstahl und Eisen vorkommen.
Türen sowie Front- und Heckdeckel müssen einwandfrei schliessen und ein gleichmäßiges Bild der Spaltmaße bieten.
Die Befestigung des Türfangbandes in der A-Säule ist zu schwach dimensioniert und kann mit der Zeit durch hohe Belastung ausreißen, was sich durch knackende Geräsche beim Töffnen bemerkbar macht.
Regelrechte Durchrostungen sind beim 993 aufgrund der soliden Verarbeitung und der komplett verzinkten Karosserie eher nicht zu erwarten, jedoch kann ein konsequenter Blick gerade in den Bereich der vorderen und hinteren Heckverkleidungen vor unangenehmen Überraschungen bewahren.
Auch sind die Ecken der Front- und Heckscheibenabschlüsse aufgrund von Reibungen oder schlecht montierter Ersatzscheiben gerne Ziel von An- oder sogar Durchrostungen.
Wenn nicht direkt Rostblasen in diesen Bereichen erkennbar sind, kann ein Anheben der äußeren Scheibendichtungen in den Ecken weitere Auskunft geben.
Die Gasdruckdämpfer der Front- und Heckhaube sind oft nicht mehr in der Lage in geöffneten Zustand zu halten, was sich aber durch relativ kleinen Aufwand sogar „Do it Yourself“ durch Erneuerung der Dämpfer beheben lässt.
Die Dachverriegelung des Cabriolets ist nicht zuverlässig, da die Zahnräder teilweise nicht mehr sauber eingreifen konnten. (wurde durch Rückruf behoben).
Die Antriebswellen des Cabriolet-Verdecks sind ebenfalls anfällig.
Generell sollte man auch auf den Zustand und die Funktionstüchtigkeit der Innenausstattung wie Sitze, vor allem die klappbaren hinteren Notsitze, Türverkleidungen bis hin zu evtl. abgebrochenen Sonnenblendenhaltern achten.
Die Halterungen in den Türtaschen brechen häufig, so dass die Deckel nicht mehr richtig aufliegen.

Technik • Motor und Antrieb
Hat der Motor sichtbaren Överlust, kann dies auch in Abhängigkeit der Laufleistung verschiedene Ursachen haben und recht hohe Folgekosten verursachen.
Im schlechtesten Fall sind die Simmerringe auf der Kurbelwelle vorn oder hinten durch extrem lange Standzeiten oder Überhitzung des Motors undicht. (Selten im Vergleich zu den wassergekühlten Baureihen des Typ 996)
Andere Ursachen können Undichtigkeiten an den Ventildeckeln wegen mangelhafter Dichtung aber auch verzogenen Ventildeckeln sein.
Weiterhin können undichte Ölleitungen aufgrund von Korrosion oder Beschädigung Ursache von Ölverlust sein und bergen die Gefahr eines Motorschadens aufgrund eines plötzlichem erheblichen Ölaustritts.
Durch unsachgemäßes Aufbocken des Fahrzeugs kann das Gehäuse der Öfilterkonsole im rechten hinteren Radkasten aus der Position gedrückt werden und die Ölvor- und Rücklaufschläche abknicken.
Die Folge hiervon ist das Rosten des Druckschlauches und eine Undichtigkeit der Ölschlauchverpressung ausserhalb des sichtbaren Bereichs hinter dem Öltank mit dem Ergebnis ständiger Ötropfen am Öltankboden.
Bei Volllast des Motors mit hohem Öldruck kann die Verbindung komplett brechen und sich der Ötank innerhalb des Bruchteils einer Sekunde vollständig mit dem Ergebnis eines kapitalen Motorschadens entleeren.
Zudem kann hierbei das rechte Hinterrad auf der eigenen massiv anfallenden Ömenge ausrutschen und das Fahrzeug entsprechend unkontrollolierbar ins Schleudern geraten.
Ölschleier am Motor können jedoch auch eine einfache und unproblematische Ursache haben, so haben z.B. spätere Modelle und der 993 einen Teleskopauszug um Öl unproblematischer nachfüllen zu können, denn geht hierbei etwas daneben, sammelt es sich als Ölfilm auf der rechten Zylinderkopfverkleidung an.
Ölverbrauch in Grenzen ist bei den luftgekühlten Motoren normal, im Kurzstreckenbetrieb kann dieser bis ca. 1,5 Liter/1000km betragen, im Langstreckenbetrieb ohne ständige Drehzahlen oberhalb der 6.000 u/min eher unter 1 Liter.
Bei US-Modellen ab Modelljahr 1996 besteht ein generelles CEL-Problem (Check-Engine-Light) durch Verkokung in den Zylinderköpfen auch bei niedrigen KM-Leistungen.
Bei diesen wurde wohl OBD2 nebst zweiteiliger Lambdasondenregelung und Sekundärluftzuführung noch unausgereift eingebaut.
Der 993 verbrennt u.a. durch die liegenden Zylinder beim Start prinzipiell etwas Öl und die Ventilführungen neigen bei größerer Hitzbelastung (z.B. Stop and Go bei sehr hohen Außentemparaturen) zu früzeitigem Verschleiß.
Dies führt zu Ölverbrauch (durch Verbrennen) und damit zu Ölkohleablagerungen im Zylinderkopf.
Da die Bohrung der Sekundärluftzuführung der US-Modelle recht klein ist, neigt diese zum Verstopfen durch die Ölkohleablagerungen.
Die RdW-Fahrzeuge (Rest der Welt) sind hiervon nicht betroffen.
Ebenso sind die Modelljahre 1994 und 1995 (272 PS) der US-Versionen nicht von CEL betroffen, da dieses dort elektronisch nicht überwacht wurde (OBD I).
Die Werksleistungssteigerung (WLS, 3.8 Liter, 300PS) ist konstruktionsbedingt anfälliger als der 3.6 Liter-Serienmotor.
Die wegen der Kolbenvergrößerung dünneren Zylinder-Zwischenwände können bei hoher Belastung durchbrennen und hierdurch ein Motor-Totalschaden verursacht werden.
Bei den späteren 3.8 Liter-Kits der Motortechnik-Tuner versucht man durch zusätzliche Beschichtung der Zylinderlaufbahnen diese Schwachstelle zu stabilisieren.

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Bei den 993-Modellen sollten im Gegensatz zu den ersten 964-Modellen generell Zündverteilergehäuse mit Entlüftung verwendet worden sein, die einer frühzeitigen Zersetztung des Doppelverteilerriemens aufgrund unzureichender Abfuhr agressiver Gase vorbeugen sollten.
Ob der Verteiler schon der neuen entlüfteten Bauart entspricht oder eventuell schon nachgerüstet wurde, kann durch das Vorhandensein eines Belüftungsschlauchs festgestellt werden.
Im Übrigen sollten die Verteilerkappen und -Läufer nach spätestens 80.000 km erneuert werden und bei jeder Wartung untersucht und geschmiert werden.
Generell können verschleppte Wartungen, die für viele Motorfunktionen nur mit entsprechendem Softwarezugriff korrekt durchführbar sind, erhebliche Folgekosten nach sich ziehen.
Weiterhin sollte wenn möglich ein Blick auf die Motor- und Getriebeaufhängungen geworfen werden.
Defekte Aufhängungen sind oft die Ursache von Vibrationen des Motors und des Schalthebels.
Vibrationen des Motors, Korrosion oder auch vorgenommene Veränderungen führen auch gerne zu Undichtigkeiten an der Auspuffanlage, obwohl diese aus Edelstahl gefertigt ist.
Ein defektes DME-Benzinpumpenrelais ist oft die Ursache von startunwilligen Motoren, ein Reserverelais im Handschuhfach kann aufwändige Abschleppaktionen verhindern.
Das Kupplungspedal neigt teilweise zu leichtem Hängen und geht nicht oder nur mit Widerstand in die Ausgangsposition zurück.
Ursache hierfür sind meist leicht festsitzende Pedalerieachsen, die durch entsprechende Reinigung und Schmierung wieder gängig gemacht werden können.
Oder auch undichte Kupplungsgeber- und -nehmerzylinder mit der Folge eines zu niedrigen Bremsflüssigkeitsstands.
Den bekannten Test des Anfahrens mit gezogener Handbremse zur Kupplungskontrolle sollte man auf jeden Fall vermeiden, um keinen Bruch der Kupplung zu provozieren.
Die Automatik (Tiptronic) ist weitgehend problemlos, jedoch prinzipiell nur direkt bei Porsche richtig zu warten.
Aufrund des eigenwilligen Schaltprogramms des Automatk-Getriebes geht viel an Fahrspass verloren.
Zum zügigen Fahren ist der Manualmodus weit besser geeignet, daher erfahren Tiptronic-Fahrzeuge generell einen Preisabschlag.

Technik • Fahrwek, Lenkung, Räder
Ist das Fahrwerk tiefer als bei einem Serienfahrzeug sollte sich die Frage nach der Ausführung stellen.
Die Gewinde am Serienfahrzeug sind z.B. keinesfalls zum Einstellen des Fahrzeugs gedacht, sondern dienen ausschließlich zum genauen Einstellen der Radlasten auf einer Radlastwaage.
Geringe unkontrollierte Veränderungen führen schon zu einem extrem unausgelichenen Fahrverhalten im Grenzbereich.
Das Originalfahrwerk mit den Serien-Boge-Stoßdämpfern sollte bei normalem Betrieb über 100.000 km halten, im Rennbetrieb können diese Dämpfer jedoch schon nach max. 10.000 km die Verschleißgrenze erreichen.
Eine gute Wahl für auch für die „gelegentliche“ Rennstrecke sind Bilstein-Stoßdämpfer, die auch im Rennbetrieb 100.000 km halten können.
Komplettfahrwerke werden von Porsche als Porsche RS, von RUF oder H&R angeboten und können sich bei einem Gebrauchtfahrzeug als wertsteigernd darstellen.
Für den Alltagsbetrieb sind jedoch die serienmäßigen Boge- oder auch Koni-Stoßdämpfer besser abgestimmt.
Weitere beachtenswerte Bauteile des Fahrwerks stellen die Radlager und die Antriebswellen dar.
Geräusche in den Radlagern können durch lange Standzeiten entstehen, Spiel in den Antriebswellen (halten im Normalfall über 100.000 km) mit klackenden Geräschen zeugen bei geringeren Laufleistungen meist von Rennbetrieb oder vermehrtem Vollgasfahren.
Auch die Lenkung bedarf einer Kontrolle beim Gebrauchtwagenkauf.
Ausgeschlagene Spurstangen können ein Resultat der Fahrweise oder der verwendeten Reifengrößen sein.
Wenn die Lenkung nach dem Starten des Fahrzeugs hart bleibt, kann dies auf fehlendes Servoöl hinweisen oder aber auch auf einen Defekt des Zahnriemens der Servopumpe.
Generell sollte der Flüssigkeitsstand des Servoflüssigkeitsbehälters im Motorraum geprüft werden, fehlende Flüssigkeit kann auf Undichtigkeiten im System hinweisen.
Da Original-Porsche-Räder eine nicht unerhebliche Kostengröße darstellen, sollte beim Kauf hierauf ein besonderes Augenmerk gerichtet werden.
Räder aus dem Zubehör mit oftmals fragwürdiger Qualität rechtfertigen einen Preisabschlag und sind zudem auf den Eintrag im Fahrzeugschein zu überprüfen.
Für Fahrzeuge der Modelljahre bis 1995 bestehen generell Einschränkungen zur Verwendung von 18″ Felgen, die abhängig von der Fahrgestellnummer sind (werksseitige Verstärkungen der Karosserie) und besonders Cabriolets betreffen.
Die Profilabnutzung (Verschleißbild) der Reifen kann ebenfalls einiges über die Vornutzung des Fahrzeugs andeuten.
Eine hundertprozent gleichmäßige Profilabnutzung deutet auf einen versierten Fahrer mit vorwiegender Landstraßennutzung hin, Langstreckenfahrzeuge nutzen den Reifen vermehrt in der Reifenmitte ab, Stadt- und Kurzstreckenfahrten beanspruchen vorwiegend die Vorderreifen und häufige und starke Beschleunigung wirkt sich logischerweise auf einen stärkeren Verschleiss der Hinterreifen aus.

Technik • Bremsen
Eine Porsche-Bremse ist eine der besten und effektivsten Fahrzeugbremsen die gebaut werden und weitgehend unproblematisch.
Beim Bremsen hat man das Gefühl auf einen Holzblock zu treten, jedoch mit gewaltiger Wirkung.
Daher darf sich beim Bremsen kein weiches Nachgeben des Bremspedals einstellen, was im besten Fall auf alte Bremsflüssigkeit mit Luft im Bremssystem hindeutet.
Ein besonderes Augenmerk sollte den Bremszangen aus Aluminium gelten, die keinesfalls Korrosion aufweisen sollten.
Eine schlechte Wirkung der Feststellbremse deutet eher auf einen geringen Gebrauch hin.
Verunreinigungen im Bereich der stehenden Pedalerie beeinträchtigen die Funktion aller Pedale und deuten auf ein Vernachlässigung der Fahrzeugpflege hin.
Über den Abnutzungsgrad der Pedalgummis können geringe Rückschlüsse über die Glaubwürdigkeit der angegebenen Fahrzeuglaufleistung gemacht werden.

Technik • Klima und Elektrik
Die Klimaanlage, gerade in Verbindung mit dem Alter der Fahrzeuge ist nicht ohne Probleme.
Undichtigkeiten, schlimmstenfalls am Verdampfer in der unzugänglichen Lüftungseinheit unterhalb der Frontscheibe, lassen schnell Kosten in der Größenordnung von 2.000 EUR und mehr entstehen.
Bemerkenswert hierbei ist, dass eine gerade neu befüllte Klimaanlage ohne weiteres 4 Wochen oder länger funktionieren kann und dann durch den schleichenden Verlust der Klimaflüssigkeit kontinuierlich an Leistung verliert.
Hier wird dann gerade bei Kauf von Privat die Diskussion entfacht.
Ferner sind das Steuergerät der Klimaanlage und die diversen Stellmotoren der Lüftungsmischkammern nicht unproblematisch und sollten durch Funktionstest Klima / Heizung geprüft werden.
Das Innenfühlergebläse des Steuergeräts (am Steuergerät leise hörbar) muss nach ca. 15 min. abschalten, läuft aber bei einem Defekt mit einem Verbrauch von 0,3 A/h bis zur völligen Entleerung der Batterie weiter.
Ebenfalls sollte ein Augenmerk auf die Frischluftführung und das Frischluftgebläse im Motorraum gerichtet werden.
Hier kann aufgrund einer Verformung der Kunsstoffluftführung die Luftführung gestört sein und somit nicht mehr ins Fahrzeug gelangen.

Laufleistung • Km-Stand
Eine verbreitete, wenn auch nicht sichere Methode zur Überprüfung des angegebenen Kilometerstands, sprich des Originaltachometers ist die Prüfung des Produktionsstempels auf der Rückseite der Instrumente.
Die Produktionsstempel sollten max. 2 Wochen auseinander liegen, was als erstes im Vergleich Tachometer und Zeituhr geprüft werden kann.
Der bessere Nachweis der Laufleistung ist jedoch eine nahtlose Dokumentation des Fahrzeuges in Bezug auf Vorbesitzer und durchgeführte Reparaturen bzw. Wartungen.
Ein Fahrzeug mit lebhafter Vorgeschichte, und evtl. zusätzlichen Auslandsaufhalten ohne nahtlose Dokumentation ist sicher nicht vertrauenserweckend.
Auch der Zustand der Innenausstattung – Abnutzung der Seitenflanken der Sitze, Zustand des Lenkrades und der Sicherheitsgurte usw. – lassen grobe Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit eines geringeren Kilometerstandes zu.
Wegen des guten verwendeten Materials kann jedoch ein sehr geflegtes Fahrzeug auch mit hoher Kilometerleistung den Eindruck eines sehr viel geringeren Kilometerstandes machen.
Ein Alltagsfahrzeug, welches auch im Winter benutzt wurde, hat sicherlich generell eine höhere Laufleistung und wird aufgrund der Nutzungsart kein Sammlerfahrzeug mehr werden.

Classic Data Fahrzeugbewertung

Porsche 911 Typ 993 Resumé
Obwohl der Porsche 911 Typ 993 ein aus der langjährigen Entwicklung der luftgekühlten Porsche-Fahrzeuge entstandenes ausgereiftes Fahrzeug ist, empfiehlt es sich dringend beim Kauf mit Sachverstand zu prüfen.
Gerade weil dieser Porsche sehr begehrt ist, wird auch versucht Exemplare zu verkaufen, die den Käufer finanziell und moralisch ruinieren können.
Daher kann ein ungesehener Kauf über das Internet nur mit leichtsinnigem Glücksspiel verglichen werden.
Das Gleiche oder noch problematischer gilt für einen ungesehenen Kauf im Ausland.
Generell hat in der vergangenen Zeit aufgrund der Immobilienkrise in den USA der Kauf von US-Fahrzeugen stark zugenommen.
Auf den ersten Blick ist ein US-Modell meist durch die fehlenden Seitenblinker in den vorderen Kotflügeln zu erkennen oder wenn nicht schon verändert auch durch extrem große Gummibumper an den vorderen und hinteren Stoßfängern, sowie einem höherstehenden Fahrwerk.
In dieser Form nicht gerade eine Schönheit und eigentlich eine Verunglimpfung des Entwurfs von Harm Lagaay.
Wenn irgendwie möglich, sollte man ein RDW-Fahrzeug einem US-Modell vorziehen, die US-Fahrzeuge wurden nun mal mit all ihren sonderlichen Eigenschaften für die amerikanischen Rahmenbedingungen gebaut, die bei den RDW-Modellen nicht erforderlich waren.
Oder wenn nicht, zumindest die gewöhnungsbedürftige Originalität des US-Modells bei der Karosserie und dem Fahrwerk beibehalten.
Umbau bedeutet immer Verlust der Originalität und somit Wertverlust.
Weitergehende Umbauten z.B. vom G-Modell oder 964 auf den 993er sind sicher nicht die gesuchtesten Exemplare.
Weiter sind am Motor des US-Modells auch technische Komponenten verbaut, die einer Haltbarkeit nicht gerade zuträglich sind.
Eine Zusatzlufteinblasung beim US-993 bewirkt eine damals von den USA vorgeschriebene Verbesserung der Abgaswerte in der Kaltlaufphase.
Der US-993 mit Saugmotor hat eine sogenannte SAI – Secondary Air Injection – eine Abgasnachbehandlung für die Warmlaufphase.
Hierzu gehört eine elektrische Air Injection Pump, ein Cut off Valve und diverse andere Komponenten. Steuerung über die DME im Bereich von ca 15-70 Grad.
Die Keramik-Einsätze der SAI verkoken leider bei dieser Konstruktion gerne und lösen sich auch mal auf, auch die Steuerventile sind hiervon betroffen.
Liste der abweichenden Ausstattungsmerkmale der USA- und Kanada-Fahrzeuge:

Ausstattungsmerkmale USA und Kanada

Ein weiteres wesentliches Kriterium beim Kauf eines Porsche 993, der seinen Marktwert weiterhin halten oder noch verbessern soll, stellt die Originalität des Fahrzeuges dar.
Hilfe hierzu bietet der Einblick in die Ausstattungsmerkmale der Serviceunterlagen und der Aufkleber des Fahrzeugs.

Porsche Ausstattungscodes

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG